Nanotechnologie, Revolution mit Beigeschmack

Geschrieben von Administrator am . Veröffentlicht in Artikel

Nanopartikel; millionstel Millimeter kleine Teilchen begleiten uns ins 21. Jahrhundert.

 

Es gibt ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten, somit erleben wir heute eine  Nanorevolution auf allen Ebenen. Von selbstreinigenden Oberflächen (Lotus-Effekt)  bis hin zu Medikamenten.

 

Nanotechnologie ist das Schlagwort in Elektronik, Medizin, Pharmazie, Biologie, Chemie, Mechanik, Feinmechanik, Optik, Biophysik, der Lebensmittelindustrie der Baubranche und vielen mehr.

 

Es gibt mittlerweile alleine in den europäischen Ländern ca. 500 Nano-Produkte,

mit täglichen Zuwachsraten ist zu rechnen. Dabei besteht keine Deklarationspflicht.

So enthalten Kosmetikartikel und Lebensmittel mitunter Nanopartikel und der Verbraucher hat keine Wahl. Wir cremen, sprühen, essen Nanoartikel, ohne es zu wissen. Das muss sich unbedingt ändern.

Andererseits läuft die  Werbung für Produkte mit Nanotech-Ausrüstung auf Hochtouren, ist sie doch universell einsetzbar. Milliarden wurden bisher schon für Forschung und Produktentwicklung ausgegeben. Jahrzehnte hat die Wissenschaft damit verbracht diese revolutionäre Technik zu entwickeln.

 

Soeben wurde die gesamtdeutsche Arbeitsgemeinschaft Nanotechnologie AGeNT gegründet, die eine bessere internationale und nationale Vernetzung verspricht. Insgesamt stehen 3,8 Millionen Euro zur Verfügung, darunter Geld des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ihre Aufgabengebiete sind  Forschung, Normung, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit etc.

 

Es gibt mittlerweile Hinweise auf gesundheitlich bedenkliche Partikelgrößen der Nanoteilchen. Lungenentzündungen und Lungenödeme bis hin zum Krebs könnten die Folge sein, wenn Nanopartikel z.B. in den Respirationstrakt gelangen. Tierversuche bestätigen diese Bedenken, es kann also keine Entwarnung gegeben werden. Im Gegenteil müssen wir als Verbraucher mehr Transparenz fordern. Wissenschaftler haben entdeckt, dass die winzigen Teilchen, je kleiner sie werden eine nicht einzuschätzende Eigendynamik entwickeln, deren Wirkung mitunter toxisch sein könnte.

Es ist also wichtig, das finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Industrie und einigen Forschungseinrichtungen, die Auswirkungen der Nanopartikel auf die Umwelt und den Menschen hinterfragt werden.

In der Baubranche finden Nano-Beschichtungen immer mehr Verwendung, So werden Fensterscheiben, Fassaden, Dachziegel, Photovoltaikanlagen, Farben

und Lacke mit Nanopartikeln zu Produkten die eine lange Haltbarkeit durch glatte und selbstreinigende Oberflächen versprechen, versehen.

 

Nach den Prognosen ist zu erwarten, dass die Nano-Produktion in zehn Jahren ein Weltmarkvolumen von geschätzten 1 Billion Euro erreichen wird. Das schafft auch Arbeitsplätze, es ist jedoch ein kritischer Umgang mit der Nanotechnologie notwendig.

 

 

Da die Risikoforschung weit hinter der weltweiten Anwendung liegt, ist eine gesellschaftliche, öffentliche Diskussion und Kontrolle überfällig, sonst stehen

wir vielleicht in naher Zukunft vor einer kostspieligen Umweltkatastrophe.

 

Das Bundesforschungsministerium schließt nach Aussage eine mögliche toxische Wirkung von Nanopartikeln nicht aus, da bisher zu wenige Erkenntnisse vorhanden sind.

Es geht um die Sicherheit von Mensch und Umwelt, was ja gerade in der heutigen Zeit eine immense Rolle spielt. Der lange, von vielen Wissenschaftlern prophezeite Klimawandel ist in vollem Gange. Wir dürfen nicht durch Einsatz von Technologien,

die sicherlich bei entsprechender Anwendung Vorteile besitzen, uns selbst vergessen.

 

Wir haben nach Asbest, Feinstaub und Russpartikeln die nächste umstrittene Technik, die unsere volle Aufmerksamkeit benötigt. Verantwortung und Nachsichtigkeit sind unumgänglich, geht es doch um die Zukunft unseres Planeten, nicht nur für uns, sondern eben auch für nachkommenden Generationen, Tiere und Pflanzen.

 



 

 

Vera Oelve-Uhrmacher

Baubiologin IBN