Meldung der deutschen Bauindustrie: Stahlpreisexplosion

Geschrieben von DieStatiker am . Veröffentlicht in Aktuelle Pressemeldungen

Stahlpreisexplosion trifft die deutsche Bauwirtschaft hart

 

 

 

 

1.            Explosionsartig gestiegene Rohstoffpreise machen den Bauunterneh­men schwer zu schaffen. Ordnungsgemäße Preiskalkulation ist z.Z. nahezu unmöglich.

 

2.            Bauindustrie begrüsst Einführung von Stoffpreisgleitklauseln der öffentlichen Auftraggeber, aber  Billigkeitsregelung für laufende Verträge und Einrichtung einer Anlaufstelle im Bundesministerium der Finanzen fehlt.

 

3.            Hauptver­band wird für ausgewählte Preisindizes im Stahlbereich Datenbank einrichten.

 

 

Seit Anfang 2004 sind explosionsartige Preiserhöhungen im Bereich der Lieferungen für Beton-, Bau- und Spundwandstahl zu beobachten. Durch drastisch gestiegene Nachfragen insbesondere aus China und Russland stieg der Einkaufspreis für Betonstahllieferungen in den letzten Monaten um 60 - 70 %. Die deut­schen Bauunternehmen sehen sich neben extremen Preissteigerungen und Kündigungen von Preisverein­barungen auch mit Mengenkontingentierungen konfrontiert. Die Stahlhändler sind dazu übergegangen, Preise für Ausschreibungen bzw. Angebote nur noch als Tagespreise anzubieten. Es ist den Bauunterneh­men derzeit nahezu unmöglich, Preise ordnungsgemäß zu kalkulieren. Sie laufen Gefahr, Preise anzubieten, die zum Zeitpunkt des Zuschlags längst überholt sind sowie ihren Lieferanten höhere Stahlpreise bezahlen zu müssen, ohne ihrerseits einen – wenigstens anteiligen - Ausgleich zu erhalten. Im Hinblick auf die gerin­gen Umsatzrenditen im Bau eine prekäre Situation.

 

Einführung von Stoffpreisgleitklauseln

Vor diesem Hintergrund hat der Hauptverband von der Bundesregierung bereits im Februar 2004 die Einfüh­rung sog. Stoffpreisgleitklauseln gefordert. Das federführende Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen hat Mitte März auf die dramatische Situation reagiert und im Bereich des Bundes-Hoch­bau, Straßen- und Wasserbau die Anwendung einer Stoffpreisgleitklausel für neue und für laufende Aus­schreibungen, bei denen der Submissionstermin noch nicht stattgefunden hat, per Erlass eingeführt. Die Klausel wurde Anfang Mai nochmals verbessert. Bei einigen aktuellen Ausschreibungen konnte erreicht werden, dass Submissionstermine verschoben und die Verdingungsunterlagen um eine Gleitklausel ergänzt wurden.

Für den Bereich der laufenden Verträge setzen wir uns weiter für den Erlass einer Billigkeitsregelung – d.h. Einräumung einer Möglichkeit zur Vertragsanpassung – orientiert an der nach der Ölkrise in den 70er Jahren praktizierten Regelung nebst Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle im Bundesfinanzministerium ein.

 

Preisindizes bei uns abrufbar

Um Sie in Zukunft aktuell und schnell - neben der konjunkturellen Entwicklung - auch über die Entwicklung auf dem Rohstoffmarkt zu informieren, werden wir Ihnen ausgewählte Preisindizes (Abfälle und Schrott aus Eisen und Stahl; Betonstahl in Stäben; Breitflachstahl, Quartoblech und Schw. Profile, Breitflan.) über unsere Baustatistische OnlineDatenbank ELVIRA zur Verfügung stellen. Da es aus technischen Gründen nicht möglich ist, Ihnen die Daten sofort über ELVIRA bereit zu stellen, haben wir übergangsweise einen E-Mail-Verteiler eingerichtet, über den wir Sie über die aktuelle Entwicklung zeitnah informieren. Zur Aufnahme in diesen Verteiler wenden Sie sich bitte an Frau Kraus (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

 

Falls Sie über die o.g. Preisindizes hinaus noch an weiteren Preisindizes (amtliche vom Statistischen Bun­desamt oder sonstige) interessiert sein sollten, möchten wir Sie bitten, uns diese bis spätestens Ende Juni mitzuteilen.

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
Kurfürstenstraße 129
10785 Berlin