Neuer Test von EnEV Software (14.10.02)

Ecotech
WEKA-EnEV-Plus

Beurteilung des Programms ECOTECH - Gebäuderechner 2.0

 

Hersteller: ECOTECH Deutschland GmbH
Webadresse: www.ecotech.cc
Preis: 990 € zzgl. MwSt.
Umfang der Demoversion: Die Demoversion lässt eine komplette Projektbearbeitung zu, es kann aber weder gespeichert noch gedruckt werden, eine befristete ( für bis zu 4 Wochen ) Freischaltung dieser Funktionen zu Testzwecken ist möglich.

- Einsatzmöglichkeiten:
Der Gebäuderechner von ECOTECH umfasst sämtliche Berechnungen und Nachweise zu einem öffentlich rechtlichen Nachweis lt. EnEV ( Bauteilverfahren, Energiebedarfsausweis, Bauteilverfahren ).
Auch detaillierte Betrachtungen zum Feuchteschutz ( Glaserdiagramme ) für einzelner Bauteile sind möglich. Bei einem Upgrade auf ECOTECH - Gebäudeoptimierer kann zusätzlich die Energiebilanzierung nach DIN EN 832, sowie Schallschutzberechnungen nach DIN 4109 durchgeführt werden.
Innerhalb eines Projekts können mehrere Baukörper und Anlagen definiert werden, um einen evtl. Variantenvergleich durchzuführen. Neben dem Referenzklima sind standortabhängige Klimadaten verschiedener Regionen in Deutschland angeboten und können für konkrete Beispiele gewählt werden.
Sehr gut und einfach zu verstehen ist die projektübergreifende Datenverwaltung.

- Baukörperdefinition:
Die Definition von Bauteilaufbauten ist klar ( grafische Darstellung des Bauteilaufbaus ) nach Bauteilverwendung gegliedert und wird von einer sehr umfangreicher Datenbank mit detaillierten Angaben ( die bei Bedarf erweitert werden können ) unterstützt.
Fenster und Türen können pauschal ( über U- und g-Werte ) oder genau nach deren Aufbau ( mit sofortiger Berücksichtigung der Wärmeverluste über die Wärmebrücken an den Rahmen ) definiert werden. Inhomogene Bauteilschichten ( z.B. Sparrenebene im Dachaufbau ) können grafisch, prozentual oder mit Hilfe eines Sparrung/Lattung - Assistenten modelliert werden. Die Eingabe von Flächenheizungen in z.B. Wandflächen ist nicht möglich*.
Die Erfassung von Gebäudeflächen im Baukörper kann auf verschiedene Weise erfolgen: Gewohnte Eingabe jeder Fläche von Hand im Baukörpereditor, über den Gebäudeassistenten ( bei regelmäßigen Grundrissen und Stockwerkshöhen ), Datenübernahme über eine gemeinsame Schnittstelle aus CAD-Programmen ( z.B. Allplan, AutoCAD, ArchiCAD etc. ) oder Abgreifen der Flächen aus einer DXF-Datei im programmeigenen Modul. Die einzelnen Flächen bzw. Bauteilzuweisungen können anschließend im Baukörpereditor korrigiert und modifiziert werden ( Funktionen zu Ermittlung von Flächen und Volumina unterschiedlicher geometrischen Figuren helfen dabei ).
Die Zugehörigkeit von Bauteilen zu bestimmten Bauteilflächen ist eindeutig und jederzeit nachprüfbar ( auch Fensterflächen ). Mögliche Unstimmigkeiten zwischen Beiteildefinitionen und deren Flächenzuordnung werden beim Speichern des Baukörpers gemeldet und erläutert.

- Wärmebrücken:
Die Wärmebrücken können pauschal oder detailliert berücksichtigt werden. Für die detaillierte Berechnung von Wärmebrücken wird ein zusätzliches Programm, der ECOTECH Wärmebrückeneditor, angeboten (Preis 490 €). Eine ganze Reihe von typischen Wärmebrücken, so unter anderem alle Beispiele des Beiblatts 2 der DIN 4108 sind darin enthalten. Das Anpassen der Wärmebrückenbeispiele des Beiblatts 2 auf die konkrete Ausführung ist einfach und beschleunigt die detaillierte Ermittlung von psi-Werten erheblich.

- Haustechnische Anlagen, Anlagenaufwandszahl:
Die Bestimmung der Anlage ist sehr bequem; man kann hier eigentlich nichts falsch machen: Sie erfolgt durch eine schrittweise Definition der Anlagenbestandteile und der Systemparameter ( Tabellenverfahren ). Die Plausibilitätsprüfungen im Programm wurden als Vorraussetzung für eine erfolgreiche Prüfung (TÜV Süddeutschland) zur Zertifizierung (DIN CERTCO) programmiert und erleichtern den Umgang mit dem Thema Anlagentechnik erheblich. Es kann eine Anlage mittels eines "Anlagenfilter" aus über 70 vordefinierten Typen gewählt werden. Eine direkte Angabe der Anlagenaufwandszahl ist nicht möglich*.

- Auswertung:
Die Berechnungen nach EnEV ( Heizwärmebedarf, Anlagenaufwandszahl u. sommerlicher Wärmeschutz ) können zusammen ( als öffentlich rechtlicher Nachweis nach EnEV ), oder getrennt durchgeführt werden. Dabei werden Sie analog der Anlagendefinition von einer schrittweisen Abfrage der erforderlichen Angaben begleitet. Die wirksame Wärmespeicherfähigkeit des Gebäudes kann pauschal oder genau über die Modellierung von Innenbauteilen ermittelt werden. Falls das Programm während der Berechnung widersprüchlich gemachte Angaben feststellt, wird die Berechnung durch eine entsprechende Fehlermeldung unterbrochen.

- Ergebnisausgabe:

Die Ergebnisausgabe ist sehr umfangreich: Sämtliche Eingaben, Berechnungen und Beschreibungen ( von zahlreichen Grafiken unterstützt ) können einzeln angewählt und ausgegeben werden. Nicht die Ergebnisse werden einfach gespeichert, sondern der gesamte Berechnungsweg mit allen Parametern. Ein neuerlicher Aufruf der gespeicherten Auswertung ist jederzeit möglich und führt schnell zum ursprünglichen Ergebnis. Ausdrucke können in ein Worddokument eingefügt oder als Acrobat-Datei (PDF-Format) ausgegeben werden
( und anschließend sehr bequem als E-Mail verschicket werden ). Leider fehlt in der Ausgabe eine Titelseite mit wichtigen Projektangaben und das Inhaltsverzeichnis zum Ausdruck*. * )


Während unseres Tests waren bei uns einige Fragen entstanden, auf die wir vom Hersteller folgende Antworten erhielten:
- Flächenheizungen in Außenbauteilen: Flächenheizungen in Flächenbauteilen werden vom Programm nur anlagentechnisch berücksichtigt.
- Eine direkte Angabe der Anlagenaufwandszahl ist zur Zeit nicht möglich, es ist aber geplant diese Option im Rahmen der Weiterentwicklung in das Programm einzuarbeiten.
- Eine Speicherung der Ergebnisse ohne die Berechnung ist beabsichtigt, um einer möglichen Ergebnismanipulation vorzubeugen.
- Ein Deckblatt mit Projektdaten und Inhaltsverzeichnis zum Ausdruck ist geplant.
- Während der Modellierung der Bauteile werden unzureichende Wärmedurchlasswiderstände rot markiert, im Ergebnisausdruck jedoch nicht bemängelt. Die rote Markierung ist ein Hinweis darauf, dass der zu geringe Wärmedurchlasswiderstand dieses Bauteils bei einer Berechnung nach dem Bauteilverfahren unzulässig ist ( in diesem Fall findet man diesen Hinweis im entsprechendem Ergebnisausdruck wieder ). Bei dem Nachweis nach dem Monatsbilanzverfahren spielt dies nur eine untergeordnete Rolle, da hier der Wärmedurchlasswiderstand bei der Ermittlung der Transmissionswärmeverluste berücksichtigt wird.

Kurzgefasst ist das Programm sehr übersichtlich und bequem zu handhaben (ohne grosse Einarbeitungszeit). Es ist für einfache, sowie komplizierte Nachweise gut zu empfehlen. {mospagebreak}

Beurteilung des Programms EnEV Plus 05.2002

Hersteller: WEKA MEDIA
Webadresse: www.wekamedia.de
Preis: 389,-€ zzgl. MwSt.
Umfang der Demoversion: Eine vollwertige Software mit der Einschränkung, dass die Ergebnisse nicht gedruckt werden.
- Einsatzmöglichkeiten:
EnEV Plus beinhaltet Berechnungen und Nachweise nach EnEV ( Energiebedarfsausweis, Bauteilverfahren ), zum Feuchteschutz nach DIN 4108 und "Mindestwärmeschutz" nach DIN 4108. Definition mehrerer Gebäude innerhalb eines Projektes ( evtl. Variantenuntersuchung ) möglich, jedoch nur eine Anlage je Gebäude. Neben dem Referenzklima können Klimadaten verschiedener Regionen in Deutschland gewählt werden. Die Projekte sind nach den Gebäudeflächentypen strukturiert ( Baumdiagramm ), die Bauteilverwaltung funktioniert wie im Windows-Explorer. EnEV Plus besitzt keine gemeinsame Schnittstellen mit anderen Programmen, so dass Daten nur programmintern ausgetauscht und keine CAD-Daten zur Flächenermittlung eingelesen werden können.
- Baukörperdefinition:
Die Modellierung des Gebäude läuft über die Gebäudeflächendefinition: Mit der Definition der Gebäudeflächen werden deren Aufbau, Verwendung etc. bestimmt (von der Flächenzuweisung unabhängige Bauteile können nicht modelliert werden; - Außenwände mit gleichem Aufbau müssen getrennt für jede Himmelsrichtung modelliert werden ). Der damit verbundene Zeitaufwand wird durch die Möglichkeit reduziert, Bauteile zu kopieren und anschließend zu modifizieren. Die Berechnung einzelner Flächen ist klar aufgebaut und lässt eine klare Zuweisung z.B. von Fensterflächen zu ( es sind zahlreiche Hilfsfunktionen zur Flächen- bzw. Volumenermittlung vorhanden ). Parallel zu der Aufbaubestimmung wird die Einhaltung diverser normativer Anforderungen angezeigt. Die umfangreiche Datenbank mit verschiedenen Baustoffen ist verständlich aufgebaut und ist leicht zu verwenden. Fenster und Türen werden über die U- und g-Werte des Glases bzw. Rahmens, sowie deren jeweilige Flächenanteile definiert. Kombinierte Bauteile ( z.B. Sparredach ) werden über deren Anteile in % festgelegt. Flächenheizungen können hier nicht berücksichtigt werden.
- Wärmebrücken:
Die Wärmebrücken können nur pauschal berücksichtigt werden.
- Haustechnische Anlagen, Anlagenaufwandszahl:
Die Bestimmung der Anlage ( Tabellenverfahren ) ist in zwei Teile gegliedert - Heizung mit Lüftung
( nur Bodenheizung als Flächenheizung wählbar ) und Warmwasseraufbereitung, die jeweils durch die Wahl der Komponenten und der Systemparameter definiert werden. Die Anlagenaufwandszahl kann bei Bedarf auch direkt angegeben werden.
- Auswertung:
Die jeweiligen Berechnungsergebnisse werden sofort nach der Bearbeitung des entsprechenden Bereichs übersichtlich zusammengefasst in einer Maske dargestellt. Die evtl. nicht eingehaltene Normenbestimmungen werden sichtbar gekennzeichnet. Dabei werden Sie analog der Anlagendefinition von einer schrittweisen Abfrage der erforderlichen Angaben begleitet. Die wirksame Wärmespeicherfähigkeit des Gebäudes wird pauschal durch die Bestimmung der Bauweise festgelegt.
- Ergebnisausgabe:
Die Ergebnisse der Berechnungen sind in mehreren Blöcken zusammengefasst, die je nach Bedarf für die Ausgabe gewählt werden können. Die Ausgabe selbst ist klar strukturiert und übersichtlich. Es werden alle nachweisrelevanten Angaben und Berechnungen ausgegeben, jedoch ohne Grafik. Die Bildung von Tauwasser in einem Bauteil erscheint im Ausdruck nur , wenn das Tauwasser an der Innenoberfläche des Bauteils entsteht und dadurch Schimmelpilze entstehen kann. Die Einzelheiten zu der Dampfdiffusionsberechnung ( Glaserdiagramm ) können leider nur in der Bauteileingabe angesehen jedoch nicht gedruckt werden.

 

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