Eine Zusammenfassung der Rosenheimer Fenstertage 2002 (15.01.03)

Rosenheimer Fenstertage 2002 vom 17.-19.Oktober 2002

 

Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim
Kufsteiner Straße 4
D-83022 Rosenheim

www.ift-rosenheim.de

Die Rosenheimer Fenstertage sind ein Forum, zu dem sich die Entscheider der Fensterbranche treffen, um gemeinsam die Trends und Perspektiven für das nächste Jahr zu bestimmen.

Das ift Team selbst über das ift

Das Institut für Fenstertechnik e.V. ist ein neutrales Forschungs- und Prüfinstitut. Es ist autorisiert, alle vorgeschriebenen Prüfungen und Nachweise für Fenster und Fassaden, Türen und Tore sowie aller zugehörigen Baustoffe und Zubehörteile durchzuführen. Seit seiner Gründung 1966 fühlt sich das ift Rosenheim einer ganzheitlichen Betrachtung von Bauteilen und Konstruktionen verpflichtet. Die Durchführung aller erforderlichen Prüfungen unter dem Dach des ift Rosenheim bringt Zeitvorteile und ermöglicht eine ganzheitliche Analyse der wechselseitigen Einflüsse. Die Praxisnähe, die sich u.a. aus Produktprüfungen, angewandter Forschung und aus Gutachter- bzw. Überwachungstätigkeiten ergibt, befähigt die über 90 ift Mitarbeiter, die Probleme für die Praxis effizient zu lösen. Die Mitarbeit in über 87 nationalen, europäischen und internationalen Normungsgremien und -ausschüssen schafft einen entscheidenden Wissensvorsprung für die Arbeit


Mehr als 700 Teilnehmer aus 30 Ländern haben die 30. Rosenheimer Fenstertage besucht. Die gesamte Veranstaltung wurde ausgezeichnet organisiert. Die zahlreichen Fachvorträge, die sich über drei Tage auf zum Teil zwei Veranstaltungsorten gleichzeitig verteilten, hatten einen sehr hohen Informationsgehalt. Viele der Vortragenden berichteten aus der aktuellen Forschung oder warteten mit neuen Erkenntnissen aus der Praxis auf. Wie dem Programm zu den Rosenheimer Fenstertagen zu entnehmen ist, gab es neben den von uns ausgewählten und besuchten Vorträgen von denen wir hier berichten noch andere.

Der Vorsitzende des Vorstandes des ift Rosenheim, Herr Erich Losch, eröffnete die Rosenheimer Fenstertage fast pünktlich um 10.00 Uhr.
Im Anschluss daran unterstrich die 1. Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim, Frau Gabriele Bauer die Zusammenarbeit mit dem Institut und der Fachhochschule Rosenheim und die Bedeutung des Holzes für die Stadt.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Leiter des ift-Rosenheim Dr. Helmut Hohenstein sprach Herr Prof. Dr. Dr. Radermacher , Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung in Ulm, als Festredner zum Thema Globalisierung.
Er schaffte es begeisternd anhand einfacher Beispiele die Problematik der weltweiten Globalisierung darzustellen. Für Ihn gibt es für die Produzenten nur drei Möglichkeiten der Überlebenschance
- Marktführer durch Innovation zu werden
- die Fertigung der Produkte so optimieren, dass man mit "billigen"
Arbeitskräften konkurrieren kann
- die Orientierung und Rückkopplung mit dem Kunden als Service zu verstehen.


In seiner Rede wies der Leiter des ift Rosenheim, Dr. Helmut Hohenstein auf die Chancen im Fenster und Fassadenbau hin.
Man müsse dem Fenster zu einem gerechten Image verhelfen. Die momentan schwierige wirtschaftliche Situation nicht als Krise, sondern als Möglichkeit des Aufbruchs verstehen. Anhand einer Marktstudie der GFK München sei klar geworden, dass in mehreren Bereichen Handlungsbedarf bestehe. So wissen viele nicht, welche Möglichkeiten ein Fenster bietet, bzw. was moderne Fenster in der Lage sind zu ermöglichen. Es sollte versucht werden ähnlich der Entwicklung vom ehemals einfachen Badezimmer zu einem Wellnessbereich oder der Wandlung der Küche als Arbeitsraum zur Kocherlebniswelt dem Anwender der Fenster den Spaßfaktor im Umgang mit diesem Medium zu eröffnen. Er stellte die Entwicklung der Fenster vom Einfachglas über Kastenfenster bis zum jetzigen Stand der Technik mit sehr hohen U-Werten dar und versuchte die Möglichkeiten der Weiterentwicklung aufzuzeigen. Im Zuge der U-Wertsteigerung sind die Fensteraufbauten immer mächtiger geworden, wenn diese Entwicklung so weitergehen würde, wären die Fenster bald dicker als eine umgebende Ziegelwand. Somit muss man sich mit anderen Möglichkeiten auseinandersetzen, vielleicht mit der Neu- und Weiterentwicklung des Systems der Kastenfenster, jedoch mit der Technik von heute. Er erläuterte, dass die Entwicklung der Fenster nicht am Ende sei, so würden die Nanotechnologie sicher noch viele Neuheiten rund um Fenster und Fassade bereithalten, genauso wie die Steuerungstechnik für Automatismen sorgen könnte. Das Fenster als Medium / Bildschirm zu nutzen wäre ebenfalls eine Möglichkeit.


Nach der Mittagspause zeigt Professor Maier von der FH Rosenheim und dem ifp München, anhand von Beispielen aus der Praxis, dass es auch für mittelständige Produktionsbetriebe sinnvoll ist moderne Prozesssimulationen anzuwenden um die Produktivität zu steigern. Er führte ein selbstentwickeltes EDV- Programm vor, das im Verlauf des Forschungsvorhabens "Holzfenster der Zukunft" entwickelt wurde. Im Herstellungsprozeß sind nach Prof. Maier Einsparpotentiale von bis zu 50% möglich.


Prof. Dr. Gerhard Hausladen (TU München) stellte in seinem Vortrag die provokante Frage Ist das Fenster noch zum Lüften geeignet . Anhand von verschiedenen Forschungen und Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass es in der Anwendung der Fenster als Lüftungsinstrument häufig Probleme gibt. Dies liegt zum einen an der Schwierigkeit die richtige Dosierung und Zeit zu wählen, zum anderen am Fenster selbst, dass in seiner allgemeinen Herstellung nicht viele Regulierungsmöglichkeiten bietet. Er überzeugte in seinem Vortrag mit der Auffassung, dass die mechanische Zwangslüftung nicht immer eine gute Lösung bietet. So wird zum Beispiel der notwendige Luftaustausch nach dem Volumen der Räume und einer standardmäßig zu erwartenden Nutzeranzahl berechnet. Sind solche Räume allerdings von Singles bewohnt, die häufig nicht zu Hause sind (Arbeit, Freizeit etc.); so läuft die Anlage unsinnig und unwirtschaftlich. Anhand einiger gebauter Beispiele zeigte er selbst für Bürogebäude Möglichkeiten der natürlichen Lüftung, die der jeweilige Nutzer selbst regulieren und seinen Erfordernissen anpassen kann. Dabei sei es möglich neben dem klassischen Fenster nichttransparente Lüftungseinheiten anzuordnen. In einer internationalen Studie fand man heraus, dass sich Menschen in zwangsbelüfteten Räumen bei gemessener gleich guter Lüftqualität unwohler fühlten, als Menschen welche die Chance hatten Ihre Fenster zu öffnen. Es stellte sich u.a. heraus, dass die Zwangslüftungen größere Luftverwirbelungen direkt an der Haut verursachten und damit ein schnelleres Austrocknen der Haut verursachten.


Nach dem letzten Vortrag des Tages ging es zur Besichtigung des Institutes. An den verschiedenen Testeinrichtungen erläuterte das geschulte ift-Team den Prüfungsablauf und stand kompetent Fragen zur Verfügung.

Der Abend endete beim gemütlichen Beisammensein in angenehmer Atmosphäre beim bayrischen Abend.

Den Auftakt am Freitag machte Prof. Julius Natterer von der EPFL Lausanne zusammen mit Klaus Kreher und Johannes Natterer mit einem Vortrag über Neue Verbundtechniken für die moderne Architektur. Den Zuhörern wurde erläutert, wie die Lasteinleitung von Glas auf Holzbauteile optimiert wurde. Anhand von Längenlasteinleitung vom Holz über geeignete Klebematerialien zum Glas ist es nachgewiesener Maßen möglich, Glaselemente selbst als Aussteifungselmente zu nutzen. Es wurde ein Doppet T-Träger als Holz-Glasverbundträger vorgestellt. Bei dem der Steg aus Glas und die Flansche aus Holz entwickelt wurden. Dabei ist es jetzt möglich Träger mit geeigneter Resttragfähigkeit und entsprechendem Brandschutz herzustellen, wodurch einer Anwendung nichts mehr im Wege steht. Herr Johannes Natterer stellte ein Projekt am Genfer See vor (Hotel Palafitte in Neuenburg), bei dem solche Träger verwendet wurden. Die vorgeführten Bilder gaben ein beeindruckendes Bild der Transparenz von derartigen Konstruktionen.

Der "hauseigene" Vortragende Bernd Saß vom ift-Rosenheim. informierte über den Stand der Normung des Schallschutz. Zuerst erläuterte Herr Saß was unter Schallschutz zu verstehen ist, wie er definiert wird und wie verschieden die Anforderungen sind an Wohn- Bürogebäude, Konzertsäle, Krankenhäuser - Besprechungszimmer etc. Er verdeutlichte die momentane Nachweispraxis mit den erforderlichen Schalldämmwerten der Bauteile mit ihren Flankenübertragungen und wies auf die Problematik hin, dass z. B die Raumgröße bei der Berechnung keine Beachtung findet. Dies soll sich nach Einführung der europäischen Schallschutznorm E-DIN 4109-10 ändern. Nach seiner Ansicht wird zu oft die Wahl der geeigneten Schallschutzklasse der Fenster und Fassadenelemente auf die Hersteller übertragen, die jedoch die nötigen Informationen, wie flankierende Bauteile und Außenlärm nicht wüssten. Dieser Misstand würde mit der neuen Berechnungsmethode wieder an die verantwortlichen Planer zurückgegeben werden.

Im direkten Anschluss referierte Dr. Milan Janak von der Universität Bratislava über die Simulation von Luftströmungen und Energieflüssen. Der Vortrag wurde in Englisch gehalten, wobei man die Möglichkeiten hatte sich von der hervorragenden Simultanübersetzung überzeugen zu lassen. Herr Dr. Janak stellte ein Computer Simulations Programm vor, welches wichtige Übertragungswege der Energie und des Massenstromes anhand komplexer dynamischer mathematischer Modelle auch visuell darstellt. Das Programm berücksichtigt dabei viele Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Windgeschwindigkeiten, zufällige Faktoren (Personen, Lampen, Ausrüstungen), Ventilations-, Heizungs- und Kühlsysteme. So lässt sich anhand von 3D - Gebäudemodellen darstellen welche Temperaturen und Kenngrößen für die thermische Behaglichkeit an der Fassade und im Gebäude an beliebigen Punkten herrschen. Das Simulationstool wird ständig durch Vergleiche mit experimentellen Ergebnissen angeglichen.


Es folgte ein sehr interessanter Vortrag über die Beschussprüfung an Fenstern und Fassaden von Dr. sc. forens. Dipl.Math. Beat Kneubuehl der Schweizerischen Fachstelle für Sicherungsfragen, Thun. Er führte aus, welche Problematik bei der Beurteilung der Sicherheit eines Objektes anhand der Durchschusswahrscheinlichkeit besteht. Am Beispiel von Schutzwesten wurde verdeutlicht, dass Objekte wegen eines Durchschusses als nicht akzeptabel abgelehnt werden, obwohl Sie eine relativ hohe Widerstandswahrscheinlichkeit haben. Bei einer solchen Beurteilung werden verschiedene Vorgaben gemacht, wie z.B. die Art der Angriffswaffe und damit die Geschossgeschwindigkeit, sowie u.a. Umgebungskenngrößen wie Temperatur und Feuchtigkeit.


Im letzten Vortrag am Freitag stellte Dr. Werner Lang, Architekturbüro Lang, München, die verschiedenen Funktionen, welche die Fassade erfüllen muss dar. Dabei erkennt man, dass es zum Teil widersprüchliche Anforderungen sind, wie beispielsweise solare Wärmegewinne im Winter gegenüber sommerlichem Wärmeschutz. Bedeutend ist auch die Lichtsteuerung, so darf der Arbeitsplatz im Büro nicht direkt angestrahlt werden, sondern soll über Lichtleitsysteme indirekt einfließen. Ähnlich verhält es sich mit der Lüftung. Man sollte mehr die natürliche Lüftung nutzen um Ressourcen zu sparen. Dabei gilt es Druckdifferenzen zwischen Innen und Außen, sowie thermische Ströme zu nutzen. Die Fassade als Informationsträger sieht Herr Dr. Lang aufgrund von Entwicklungen im Bereich der Leuchtdioden auf uns zukommen. Die Gebäudehülle wird elektronisch gesteuert und immer mehr haustechnische Funktionen übernehmen müssen und können. Die Neuentwicklungen im Bereich der Nanotechnologie bedeuten für alle Fassadenelemente neue Möglichkeiten. In vielen Bereichen, so der Referent, gibt es schon jetzt bedeutende Entwicklungen die es zu verbessern und zu kombinieren gilt. Der Vortrag endete mit der Vorstellung des geplanten Innovationszentrums, welches wir noch gesondert vorstellen werden.

Am Abend traf man sich zu einer gelungenen Abendvorstellung im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim unter dem Motto Latino Feelings. Der Abend war zugleich Feierstunde für das dreißigjährige Bestehen des ift- Rosenheim.


Der dritte Programmtag begann mit einem Vortrag von Prof. Franz Feldmeier der Fachhochschule Rosenheim über das Chamäleon Glas. Er stellte die Entwicklung von infrarot reflektierenden Schichten an der äußeren Oberfläche der Fenster in den Vordergrund, womit hoch dämmende Scheiben nicht mehr außen beschlagen können. Die Problematik Glasrand stellt für ihn ebenfalls eine Hauptforschungsaufgabe der nahen Zukunft dar, damit die Wärmeverluste in den Randbereichen der Fenster reduziert werden können. Der Problematik des spröden Glasbruches ist man näher gekommen; er entsteht durch winzige Nickelsulfideinschlüsse. Abhilfe schafft hier ein neues Herstellungsverfahren. Durch Hochtemperaturlagerung der vorgespannten Scheiben entsteht das ESG- H, das bereits in die Bauregelliste aufgenommen wurde und bald in vielen sicherheitsrelevanten Bereichen Anwendung finden wird.


Zur gleichen Zeit referierte Dr. Klaus Sedlbauer, vom Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP), Holzkirchen zum Thema "Was so alles blüht an Gebäuden." Dabei stellte er ein Bewertungsmodell von Schimmelpilzen an verschiedenen Untergründen am und im Gebäude vor. Durch Untersuchungen hat sich gezeigt, dass es aufgrund von Schränken, z. T. mit Wäsche gefüllt zu Problemen führen kann; da diese in einem definieren Raumklima punktuell den Wärmedämmwert der Wände ändern. So kommt es bei Einbauschränken und hinter Schränken an der Außenwand zu erhöhter Feuchtigkeit durch niedrige Temperaturen, was ein guter Nährboden für gesundheitsgefährdende Schimmelpilze ist. Bei verschiedenen Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) auf der Außenfassaden wurde Algenbildung festgestellt, die nur durch dauerhafte Feuchtigkeit entstehen kann. Derzeit laufen an seinem Institut verschiedene Untersuchungen zur Schimmel- und Algenbildung, woraus sich bald neue Erkenntnisse für die Konstruktionen ergeben werden, wie z.B. infrarot -reflektierende Beschichtungen, der Einsatz von wärmespeichernden Außenputzen, oder die Einfärbung der Fassade.


Herr Dipl. Ing. Hans Pfeifer vom Institut für Oberflächentechnik GmbH, Schwäbisch Gmünd berichtete über Aktuelles aus dem Bereich der Oberflächenbehandlung von Fassadenbauteilen. Er führt die Fehlerhäufigkeit z.B. bei Pulverbeschichtungen auf den ruinösen Preisverfall bei gleichzeitigem Termindruck der letzten Jahre zurück. An realen Beispielen führte er auf, was man alles falsch machen kann bei einer Pulverbeschichtung von Fassadenbauteilen. Ein weiteres Beispiel behandelte eine Pfosten-Riegelkonstruktion bei der die Riegel mit einer Antidröhnmasse zur Erfüllung der Schallschutzanforderungen ausgegossen wurden. Durch die eingeschlossene feuchte Füllung kam es innerhalb von nur einem Jahr zur Durchrostung der Profile durch die alkalischen Bestandteile, die damit ihre Standfestigkeit verloren haben. Einweiteres Problemfeld sind Schwimmbäder, insbesondere die modernen Solebäder, die bis zu 5% Kochsalz (Natriumchlorid) im Wasser enthalten. Durch hohe Luftfeuchtigkeit, oder Spritzwasser in Zusammenhang mit hohen Temperaturen entsteht Filiformkorrosion an mit Pulver und / oder Flüssiglack beschichteten, vorher chromatierten Aluminiumbauteilen. Diese wiederum erfordert eine aufwendige Sanierung, die ein längerfristiges Schließen der Bäder zur Folge hat.


Im Anschluß daran referierte Prof. Dr. Wolfgang Heckl, Universität München, Zentrum für Nanobeschichtungen, über die im Verlauf der Tagung schon mehrfach angesprochene Wunderwaffe Nanotechnologie. Zuerst stellte er die vielfältigen Anforderungen die an verschiedene Oberflächen gestellt werden vor, wie wasserabweisend, fettabweisend, kratzfest, selbstreinigend, UV-beständig und korrosionshemmend. Er erläuterte selbst für Laien verständlich den bisherigen Stand der Technik und zeigte mögliche Weg für die Zukunft auf. An jetzt schon käuflich zu erwerbenden und noch in der Forschung befindlichen Produkten demonstrierte er anschaulich die Funktionsweise derartiger Beschichtungen. Sicher ist, dass die Nanotechnologie in vielen Bereichen eine große Marktbedeutung erlangen wird.


Prof. Dr. Johann Dietrich Wörner Präsident der Technischen Universität Darmstadt befasste sich mit dem Thema Konstruktiver Glasbau, Sicherheitskonzepte und Bemessung. Er ging in seinem Vortrag auf die Sicherheitskonzepte ein, die der Glasbemessung zu Grunde liegen. Bei der Planung und Ausführung sei es wichtig, vorgeschriebene Überwachungen und Kontrollen einzuhalten um nicht die theoretische Resttragfähigkeit zu gefährden. Dabei seien sowohl die Planer als auch die ausführenden Firmen gefordert. Bei der Konzeption sei es wichtig die zu erwartenden Belastungen und Einbaubedingungen bis ins Detail zu planen und bei der Ausführung immer wieder auf Übereinstimmung mit den Annahmen zu prüfen. So erläuterte er, wie wichtig z. B. die Fasen der Bohrlöcher von Glaspunkthalterungen für lokale Spannungen sind. Am Beispiel der Messe Leipzig hat sich gezeigt, dass die rechnerisch und durch Versuche ermittelten Resttragfähigkeiten hinreichend ermittelt wurden, da Gläser, die durch den Sprödbruch durch Nickelsulfateinschlüsse und durch mechanische Belastungen beschädigt wurden, aufgrund der Folie bei den ESG- Scheiben nicht heruntergefallen sind.


Der letzter Vortrag am Samstag beschäftigte sich mit intelligenten Haussystemen. Dazu stellte Herr Scherer vom Fraunhofer- Institut für mikroelektronische Schaltungen und Systeme Duisburg. Herr Scherer stellte die technischen Möglichkeiten vor die an einem Beispielhaus in Duisburg schon jetzt realisiert sind. Dabei geht es darum die Systeme in der Praxis zu testen und einem interessiertem Publikum vorzustellen, ähnlich dem geplanten Innovationszentum des ift- Rosenheim. Das Fraunhofer- Institut konnte als Partner für das Innovationszentum gewonnen werden und wird sein reichhaltiges Know-How bei der Realisierung einbringen. So werden verschiedene Bauteile miteinander verknüpft und gesteuert. Durch die Verknüpfung lassen sich die Teile von der Ferne steuern, bzw. "melden" Veränderungen oder Probleme. So kann zum Beispiel eine defekte Waschmaschine sofort eine Fehlerdiagnose an den Servicetechniker senden, der dann automatisch mit dem richtigen Ersatzteil vor der Türe steht. Einsatz findet die Technologie aber auch bei der Regelung der Haustechnik, so lässt sich ein Fenster zum Lüften regelmäßig, oder anhand gemessener Luftwerte Kippen um den tatsächlich gewünschten Luftwechsel zu erzielen. Man kann per Handy das Wohnzimmer vor Eintreffen vorheizen.

Alles in Allem war die Veranstaltung rundherum gelungen. Es bestand immer die Möglichkeit in Pausen und bei den Abendveranstaltungen sich untereinander, oder mit ift- Mitarbeitern fachlich auszutauschen.