|
Sicherheit in Flucht- und Rettungswegen |
|
Geschrieben von: Uhrmacher
|
|
Dienstag, den 10. August 2010 um 20:01 Uhr |
Auf den Tür- und Tortagen des ift Rosenheim im Mai 2010 erhielt die Branche im Rahmen einer Podiumsdiskussion klare Aussagen zum baurechtlich korrekten Einsatz von Türen in Flucht- und Rettungswegen. Auch wenn die Ausschreibungsunterlagen es nicht ausdrücklich verlangen: Falls eine Außentür in Fluchtwegen Verwendung finden soll, ist darauf hinzuweisen, dass hier nach der harmonisierten Produktnorm DIN EN 14531-1 geregelte Produkte im Konformitätsnachweis 1 am Markt verfügbar sind.

Auf den mit über 300 Personen gut besuchten Tür- und Tortagen des ift Rosenheim im Mai 2010 war auch der richtige Umgang mit Ausschreibungen sowie die Verwendung von Türen in Flucht- und Rettungswegen als wichtiges Thema Gegenstand einer Podiumsdiskussion. Moderiert von Robert Krippahl (ift Rosenheim) beschäftigten sich als Diskussionsteilnehmer Prof. Christian Niemöller (Kanzlei SMNG, Frankfurt), Ulrich Sieberath, Christian Kehrer und Klaus Specht (alle ift Rosenheim) mit dem sehr sensiblen Thema der Sicherheit.

Sachstand
Beim „In Verkehr bringen“ verlangt das Bauproduktengesetz die Einhaltung harmonisierter europäischer Normen, was für Außentüren in Fluchtwegen nach DIN EN 14351-1:2006 die Einhaltung des Konformitätsnachweisverfahrens 1 und eine hierauf basierende CE-Kennzeichnung bedeutet.
Für die Hersteller von Türen ergibt sich daraus:
Die Bauordnungen (MBO, LBO) fordern derzeit noch keine Fluchttür nach DIN EN 14351-1. Sonderbau- und Arbeitsstättenrichtlinien der einzelnen Bundesländer fordern bis heute bei Türen in Flucht- und Rettungswegen einzelne Eigenschaften wie nach außen öffnend, leicht¬gängig, mit einer gewissen Breite etc., jedoch kein harmonisiertes CE-gekennzeichnetes Bauprodukt. Hier fordert die Fachwelt von der „Fachkommission Bauaufsicht“ der Länder mehr Sicherheit. Sofern es für einen sicherheitstechnisch wichtigen Anwendungsfall ein harmonisiertes Bauprodukt gibt, sollte dieses auch vorgeschrieben werden, so die Diskussion.
Auslegung
Verschiedene falsche Auslegungen beruhen auf der Tatsache, dass zwar die Produktnorm DIN EN 14351-1 in ihrem Anwendungsbereich Flucht- und Paniktüren nennt, diese aber bis heute weder in den Muster- oder Landesbauordnungen noch in den Sonderbauvorschriften aufgeführt werden. Diese geben nur Anforderungen an Türen in Rettungs- bzw. Fluchtwegen vor, z. B.:
– von innen ohne besondere Hilfsmittel jederzeit leicht nach außen öffenbar, – in angemessener Form und dauerhaft gekennzeichnet.
Ist dem Hersteller der Einsatzort bekannt, also geht aus der Ausschreibung oder zusätzlichen Dokumenten hervor, dass die Außentür in einem Fluchtweg Verwendung findet, so ist dringend zu empfehlen, ein harmonisiertes Bauprodukt nach DIN EN 14351-1 einzusetzen. Der Hersteller muss natürlich beachten, dass diese Produkte dem Konformitätsverfahren 1 (Pflicht für eine Fremdüberwachung) unterliegen und eines Konformitätszertifikates bedürfen.
Wird eine Tür lediglich mit Notausgangsverschlüssen oder Panikverschlüssen nach EN 179 oder EN 1125 gefordert, so besteht auch hier eine Hinweispflicht dahingehend, dass das Bauproduktengesetz ein harmonisiertes Bauprodukt nach DIN EN 14351-1 für Außentüren in Fluchtwegen mit einem EG-Konformitätszertifikat für das betriebsfähige Element fordert. Dies begründet sich darin, dass die Norm für Türen in Fluchtwegen als harmonisiertes Bauprodukt im Wesentlichen bestimmte Beschläge fordert und die Kenntnisse der Zusammenhänge nicht vorausgesetzt werden können.
Voraussetzungen zur CE-Kennzeichnung
Nach DIN EN 14351-1 müssen bei Türen zur Verwendung in Fluchtwegen nicht nur die Beschläge den einschlägigen Normen (EN 179 oder EN 1125, beziehungsweise EN 13633 oder EN 13637 und EN 1935) entsprechen, sondern die Türhersteller müssen auch die Funktionstauglichkeit der montierten Tür sicherstellen.
Dies erfordert Vorgaben zur Befestigung der Beschläge bis hin zu Angaben zur Abnahme der montierten Tür im Bauobjekt unter Berücksichtigung der Einbau- und Befestigungs- sowie Wartungsanweisung des Beschlagherstellers, welche in die Systembeschreibung und Verarbeitungsrichtlinien einfließen müssen.
Die Vorgabe für die Prüfstellen zur Bescheinigung der „Fähigkeit zur Freigabe“ sieht vor, dass bei der Überwachung der gesamte Prozess von der Konstruktion über die Herstellung bis zur Dokumentation von Montage und Endabnahme zu prüfen ist.
Die nächsten Veranstaltungen:
Rosenheimer Fenstertage am 7./8. Oktober 2010, Rosenheim
Weitere Informationen unter www.ift-rosenheim.de
ED PRO Seminar "Grundlagen der Bauphysik" - 7./8. September 2010, Rosenheim ED PRO Seminar "Grundlagen der Fenster- und Fassadenstatik" am 8./9. September 2010, Rosenheim ED PRO Seminar "Höherer technische Mechanik und Festigkeitslehre" - 13./15. September 2010, Rosenheim ED PRO Seminar "Statik im Fassaden- und Lichtdachbau" - 16./17. September 2010, Rosenheim
Weitere Informationen unter www.edpro-rosenheim.de
Über das ift Rosenheim
Das ift Rosenheim ist eine europaweit notifizierte Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle und international nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert. Im Mittelpunkt steht die praxisnahe, ganzheitliche und schnelle Prüfung aller Eigenschaften von Fenstern, Fassaden, Türen, Toren, Glas und Baustoffen. Ziel ist die nachhaltige Verbesserung von Produktqualität, Konstruktion und Technik sowie Normungsarbeit und Forschung. Die Zertifizierung durch das ift Rosenheim sichert eine europaweite Akzeptanz. Das ift fühlt sich zur Wissensvermittlung verpflichtet. Als neutrale Institution genießt das ift bei den Medien einen besonderen Status und die Publikationen dokumentieren den aktuellen Stand der Technik.
|
|
|
Green Windows – Nachhaltig Bauen mit Fenstern und Fassaden |
|
Geschrieben von: Uhrmacher
|
|
Samstag, den 07. August 2010 um 19:34 Uhr |
38. Rosenheimer Fenstertage vom 7. bis 8. Oktober 2010
Nachhaltiges Bauen ist eine zentrale Zukunftsaufgabe in Deutschland, in Europa und weltweit, denn jetzt werden die Weichen für den Energie- und Ressourcenverbrauch für die nächsten 30 Jahre gestellt. Die von der Finanz- und Immobilienwirtschaft sowie dem Bund geforderte Zertifizierung nachhaltiger Gebäuden wird die Produktqualität in das Zentrum der Auftragsvergabe rücken, weil die Kosten während der Gebäudenutzung bewertet werden. Die Rosenheimer Fenstertage zeigen, welche Konsequenzen sich hieraus ergeben, beispielsweise die Anforderungen und Kennwerte für Gebäudezertifikate nach LEED, DGNB oder BREEAM. Daraus ergeben sich neue Argumente und Nachweise, die Betriebe mit Qualitätsanspruch für Marketing und Vertrieb nutzen können.
„Nachhaltig bauen heißt enkelgerecht handeln“, so machte Hans-Dieter Hegner an den diesjährigen Rosenheimer Tür- und Tortagen die gesamte Dimension der Aufgabe klar. Doch wie kann das die Fenster- und Fassadenbranche konkret nutzen? Die Nachhaltigkeitszertifizierung quantifiziert auch die Nutzungskosten, beispielsweise für Energie, Reinigung oder Wartung der Bauteile über den gesamten Lebenszyklus. Das heißt, dass energieeffiziente, wartungsarme und dauerhafte Produkte dem Bauherren Geld sparen und zwar jeden Tag und das bis zu 30 Jahre und länger – eine Steilvorlage für leistungsfähige Qualitätsprodukte. Den Schwerpunkt bilden deshalb auch Informationen zu Zukunftstechnologien, notwendigen Nachweisen und Strategien, die sich aus dem Megatrend „Nachhaltiges Bauen“ ergeben. Hierzu zählen auch geänderte gesetzliche Anforderungen, Förderbedingungen oder die Auswirkungen auf Börsen und die Finanzwirtschaft. Peter Rathert und Hans-Dieter Hegner (beide BMVBS) informieren über die Entwicklung gesetzlicher Anforderungen, Rainer Feldmann über neue KfW-Förderungen und Prof. Dr. Wolfgang Seiler über Nachhaltigkeit als Trumpf für Olympia München 2018.
Die energetische Optimierung von Gebäuden und Bauelementen wird weitergehen, denn die europäische Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) fordert für 2019 Niedrigstenergiegebäude – mit entsprechenden Konsequenzen für die EnEV oder die KfW-Förderrichtlinien. Der Fokus richtet sich nicht mehr auf die Fortführung der U-Wert-Olympiade, sondern auf die Erstellung ganzheitlicher Energieeffizienzkonzepte mit modernen Lüftungssystemen, automatischen Bauteilen sowie die Nutzung solarer Gewinne. Vorträge zu innovativen Glas-Hybrid-Elementen, Werkstoffen, Solarfassaden und vereinfachten Nachweisverfahren zeigen die praktische Umsetzung. Weiterhin werden die Ergebnisse aktueller Forschungsprojekte vorgestellt, beispielsweise die Erstellung von Umweltproduktdeklarationen (EPD) oder die Abschätzung der VOC-Emissionen von Bauelementen. Daneben gibt es natürlich Aktuelles vom CE-Zeichen, beispielsweise Berichte über die Erfahrungen im rechtlichen Umgang mit dem ITT und den deklarierten Werten. Die fachgerechte Planung und Verwendung von Fensterlüftern sowie Montagesysteme, die den verschärften Anforderungen der EnEV entsprechen, bringen direkten Nutzen für die Praxis. Auch der Umgang mit den speziellen Anforderungen bei Sonderbauten wie Schulen, Tagungsstätten oder Seniorenzentren prägen das tägliche Geschäft. Hierzu bieten Vorträge zum Brandschutz oder zu Bauteilen in Fluchtwegen einen Überblick über geänderte Anforderungen, notwendige Nachweise und die konstruktive Umsetzung. Die neue Programmstruktur mit Pausen zwischen den Vorträgen erleichtert dabei die Auswahl des passenden Themas, so dass jeder Besucher sich aus folgenden sechs Blöcken das Passende heraussuchen kann:
-Nachhaltigkeit & Energieeffizienz -Fenstertechnik -Ökonomie, Marketing & Komfort -Fenster, Fassaden, Glas – international -Forschung & Zukunft -Brand-/Rauchschutz & Sicherheit
Den Abschluss bildet am Freitagnachmittag die Architektur-Exkursion zur Landesgartenschau. Hier präsentieren Stundenten der Hochschule Rosenheim das Zukunftshaus Ikaros, mit dem sie in Barcelona Vize-Weltmeister beim Solar Decathlon Europe geworden sind. Alternativ können bestehende Fragen in mehreren Workshops und im ift Expertenforum geklärt werden. Damit will das ift Rosenheim den Austausch mit den ift-Experten weiter ausbauen.
Fakten
Termin Donnerstag, 07. Oktober bis Freitag, 08. Oktober 2010 Ort Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim Kosten ift-Mitglieder/weitere Person (zweitägig) € 595,-/€ 545,- ift-Mitglieder/weitere Person (eintägig) € 295,-/€ 265,- ift-Mitglieder Begleitperson € 125,- Nichtmitglieder/weitere Person (zweitägig) € 695,-/€ 645,- Nichtmitglieder/weitere Person (eintägig) € 355,-/€ 325,- Begleitperson € 145,-
Veranstalter ift Rosenheim GmbH Theodor-Gietl-Straße 7-9 83026 Rosenheim Anmeldung per E-Mail an fenstertage@ift-rosenheim.de per Fax an +49 (0) 8031/261 28 2512 per Telefon +49 (0) 8031/261 2122
Über das ift Rosenheim
Das ift Rosenheim ist eine europaweit notifizierte Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle und international nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert. Im Mittelpunkt steht die praxisnahe, ganzheitliche und schnelle Prüfung aller Eigenschaften von Fenstern, Fassaden, Türen, Toren, Glas und Baustoffen. Ziel ist die nachhaltige Verbesserung von Produktqualität, Konstruktion und Technik sowie Normungsarbeit und Forschung. Die Zertifizierung durch das ift Rosenheim sichert eine europaweite Akzeptanz. Das ift fühlt sich zur Wissensvermittlung verpflichtet. Als neutrale Institution genießt das ift bei den Medien einen besonderen Status und die Publikationen dokumentieren den aktuellen Stand der Technik.
|
|