Sardinien Insel mit Lehmbautradition

Gerspräch mit Maddalena Achenza, Im Sommer 2004 habe ich mich auf Spurensuche in Sardinien begeben. Nachdem ich Maddalena Achenza, Architektin an der Universität Cagliari, Abteilung Ingenieurwesen, Sardinien, bei einer Lehmfachtagung in Berlin kennen gelernt habe, galt meine Aufmerksamkeit natürlich besonders dem Lehmbau auf dieser wunderschönen Mittelmeerinsel. In der Ebene des Campidano, zwischen Cagliari und Oristano gibt es eine lange Lehmbautradition. Im Moment werden hier alle Lehmhäuser katalogisiert und auf ihre Sanierungsmöglichkeiten untersucht. Ungefähr 100 Innenstädte in dieser Ebene sind mit Lehm erbaut. Die traditionelle Lehmbauweise in Sardinien ist die sogenannte adobe- Technik, das ist die Herstellung und die Verarbeitung von Lehmsteinen. Eine Hauptaufgabe liegt in der Erhaltung und Sanierung der alten Gebäude, um damit den Charakter der Stadtkerne zu sichern. Gleichzeitig ist es aber von großer Bedeutung den Menschen in Sardinien die Lehmbautechniken wieder zu vermitteln und zu zeigen wie wertvoll dieses vor Ort abbaubare Material ist. Maddalena Achenza widmet sich darum, in erster Linie, der Aufgabe die Kultur des Lehmbaus für die Menschen dieser Insel zu erhalten und wieder neu erlebbar zu machen. In Büchern, Publikationen aber auch in Form von Kursen vermitteln Sie ihr Wissen um den Baustoff Lehm. Lehm in seiner ganzen Breite kennen zulernen, die Vorteile des Lehms wieder zu erkennen und diesen universellen Baustoff auch für den modernen Bau in Sardinien zu nutzen ist eine wichtige und essentielle Aufgabe. Heute schon ist sichtbar, dass der Lehmbau in Sardinien wieder auflebt. Nicht nur die bestehenden Häuser werden traditionell saniert, auch neue Gebäude entstehen. Es gibt ebenfalls wieder erste Betriebe in Sardinien, die vor Ort Lehmbauprodukte herstellen und vermarkten. Die Möglichkeit den Lehmbaubaustoff direkt vor Ort zu verarbeiten, ist ein entscheidender Schritt ökologisch und ökonomisch zu handeln. Lehm ist gerade für diese Insel ein wichtiges Produkt um der Bevölkerung durch Arbeitsplätze in ihrer Heimat wieder eine Perspektive zu geben. Dieser ökologische Baustoff darf in Sardinien nicht verloren gehen. Vera Oelve- Uhrmacher Baubiologin IBN Mitarbeiterin bei Tagwerksplanung Uhrmacher + Eichinger GmbH Selbstständig tätig im Kulturhaus- Abensberg www.kulturhaus-abensberg.de www.diestatiker.de