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THEMA: Modifiziertes Bettundmodulverfahren Bettungskragen

Modifiziertes Bettundmodulverfahren Bettungskragen 06 Dez 2017 15:19 #62496

  • Havelman
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Hallo,

ich nutze in der Regel das Bettungsmodulverfahren zur Gründung eines Bauwerks. Im letzten Fall ein U-Trog mit auf den Wandköpfen aufliegender Fahrbahnplatte. Es kommen somit hohe Lasten herunter und ein sinnvolles Modell zur Gründung der Bodenplatte wäre mir da recht.
Im Baugrundgutachten stand ein Bettungsmodul von ks = 10MN/m² (ich weiß, da lastabhängig nicht ganz richtig). Da erhalte ich aber gerade in der Wand-Bodenverbindung sehr hohe Scherkräfte.
Meine Software beherrscht auch das Steifemodulverfahren, aber durch die sehr hohe Anzahl an Lastfällen rechnet die Software bis zu einem Tag bei der Größe.
Jetzt kommt mir das modifizierte Bettungsmodulverfahren in den Sinn. Nach Pasternak/Barwaschow wird ein Bettungskragen eingeführt, bei dem in bestimmter Breite zum Rand die Bettungskonstante erhöht wird.

Meine Fragen:
  1. Wie breit ist dieser Kragen mit dem erhöhten Bettungsmodul?
  2. Zur Berechnung von c1/c2: Was ist die Bettungsdicke H in den Formeln?
  3. Wie ist dieses Verfahren in der Welt der Prüfer akzeptiert?

Ich hoffe, es hat hier jemand Erfahrungen damit machen können. Ich habe testweise das Bettungsmodul mal für eine Breite von der Bodenplattendicke am Randbereich der Wand-Bodenplattenverbindung verdoppelt und es bringt schon enorm viel. Es nähert sich vorallem den Ergebnissen des Steifemodulverfahrens (wenn man dieses Ergebnis mal als Maß der Dinge annehmen will).
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Modifiziertes Bettundmodulverfahren Bettungskragen 06 Dez 2017 19:43 #62497

  • morten25
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ich verwende seit ein paar monaten auch den bettungskragen. er bringt gute ergebnisse.

hier ein anwendungsbsp.




die größe des kragens liegt meist so um die 5m. ist aber nicht so wichtig, weil es geht eigentlich nur darum, die setzungsmulde im bereich fundamentrand zu modellieren.
zudem ist auch noch die dicke/steifigkeit des kragens zu wählen.

details gibts hier in diesem buch

"finite elemente in der baustatik praxis" von barth und rustler, beuth verlag

die werte c1/c2 sind ca. 50% vom bettungsmodul, steht aber auch genauer im buch. wenn du mit RFEM arbeitest, dann steht auch einiges dazu im handbuch

erfahrung mit prüfer habe ich keine, weil es das bei uns nicht gibt. aber wenn sie das buch akzeptieren, dann sollte es kein problem sein.
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Modifiziertes Bettundmodulverfahren Bettungskragen 07 Dez 2017 07:00 #62502

  • ba
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schau mal hier

www.htw-dresden.de/fileadmin/userfiles/b...rth/Bodenmodelle.pdf

ich habe bis vor kurzem am äußeren Rand immer den doppelten Bettungsmodul angesetzt (Vorschlag Dörken/Dehne im Skript)
bei meinem letzten BV bin ich im RFEM Handbuch von Dlubal über den Vorschlag mit den zusätzlichen Federn gestoßen (Vorschlag Kolar/Nemec) - hier hat man nur etwas mehr Aufwand bei der Berechnung der Federn

abschließend kann ich sagen, beide Verfahren waren einfach in der Handhabung, ich würde immer das verwenden, was ich am schnellsten in mein FEM Programm modellieren kann

ba.
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Modifiziertes Bettundmodulverfahren Bettungskragen 10 Dez 2017 15:57 #62522

  • Havelman
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@morten25: Ich habe mir das Kapitel "Bodenmodelle" in besagtem Buch mal angesehen. Ich arbeite nicht mit RFEM oder ähnlich geeigneter Software, daher habe ich leider nicht die Möglichkeit, einen Bettungskragen außerhalb der Bodenplatte zu modellieren. Ich habe "Bettungskragen" als Synonym für einen Streifen am Rand entlang verwendet (siehe bspw. Dörke/Dehne). Ich wusste vorher nicht, dass man dabei über das Modell hinausgeht.

@ba: Leider kann ich auch keinen linearen Anstieg des Bettungsmoduls modellieren (außer mühselig streifenweise ansteigend). Zudem kommt mir der Anstieg über eine Breite von 0,25 x L gefühlt recht viel vor. Wie machst du das? Du sagtest, du hättest bis vor Kurzen am Rand das Doppelte angesetzt. Ich habe jetzt mal das Bettungsmodul der äußersten Elementreihe einfach mal verdoppelt. Das ist einfach zu modellieren.
Und was machst du mittlerweile?

Alernativ hätte ich gerne das Linienfedermodell nach Kolar und Nemec getestet (s. Skript). Hier bin ich mir allerdings bei der Ermittlung der Parameter sehr unsicher. c1 entspricht in etwa meinem ks (laut Beschreibung Kapitel 2.2 nach der Formel). Dann kann man sich ein c2 zwischen 0,1 und 1,0 aussuchen. Da fällt es mir schon schwer, einen geeigneten Wert zu finden. Mit den Werten si zu hantieren wird nicht viel bringen. Da wüsste ich gar nicht, wie ich da vorgehen sollte. Daher fällt die Differenzierung zwischen beiden Bodenplattenkanten automatisch flach.
Wenn ich ein Bettungsmodul in Einheit [kN/m³] habe, ist das Ergebnis der ersten Näherung nach (6-7) dann Einheit [kN/m²]?
Am Ende von Kapitel 2.1.1 steht "Nachteilig wirkt hier allerdings die notwendige Ermittlung bzw. Abschätzung der
Bettungswerte c1 und c2. Stand nicht zuvor, dass c1 in etwa ks entspricht?
.
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Modifiziertes Bettundmodulverfahren Bettungskragen 11 Dez 2017 07:46 #62523

  • ba
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moinmoin,

zum modifizierten Bettungsmodulverfahren:
ja vereinfacht nicht linear sondern nur doppelten Wert ansetzten
zu 0,25*L; hier entspricht L der Gebäudebreit (z.B. von Traufe zu Traufe)

jetzt arbeite ich in einem neuen Büro mit DLUBAL-RFEM, sorry, im Handbuch ist der Sachverhalt sehr allgemein gehalten, schau mal ff. link:
www.dlubal.com/de/support-und-schulungen...nowledge-base/001400

ba.
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Modifiziertes Bettundmodulverfahren Bettungskragen 11 Dez 2017 09:38 #62524

  • markus
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hi,
morten25 schrieb:
ich verwende seit ein paar monaten auch den bettungskragen. er bringt gute ergebnisse.
wie erkennst du gute ergebnisse?
ich brauche dafür einen baugrundler, der ab UK-bopl weiterrechnet,
weil keines der gängigen "statiker-fem"-programme diesen komischen
halbraum modelliert ;)
wenn die verformungen des untergrundes und der bodenplatte
übereinstimmen, würde ich von guten ergebnissen reden. ob die
richtig sind, ist egal - hauptsache, was gerechnet und hauptsache,
es unterliegt dem verdacht, den ardt zu entsprechen :P

grüsse, markus
Markus L. Sollacher, Berat. Ing. BYIK
mlsollacherATt-onlinePUNKTde
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